HFP Expert/-in für Zytodiagnostik

Expertinnen und Experten für Zytodiagnostik arbeiten in Universitätsinstituten, Kantons- und Stadtspitälern sowie Privatlabors selbständig unter der Verantwortung der Fachärztin bzw. des Facharztes FMH für Pathologie mit Schwerpunkt Zytopathologie (Zytopathologin bzw. Zytopathologe).

Im Rahmen ihrer Tätigkeit analysieren sie die Beschaffenheit des Untersuchungsmaterials und mustern die Zellen am Mikroskop, um Zellveränderungen nachzuweisen und einzuordnen. Bei verdächtigen oder positiven Befunden unterbreiten sie der Zytopathologin bzw. dem Zytopathologen einen Diagnosevorschlag.

Bei negativen gynäkozytologischen Untersuchungsergebnissen erstellen sie selbständig die Befunddiagnosen und leiten diese weiter.

Bei negativen extragynäkologischen Untersuchungsergebnissen kann die verantwortliche Zytopathologin bzw. der verantwortliche Zytopathologe die Diagnosestellung und Weiterleitung der Befunde an die Expertinnen und Experten für Zytodiagnostik delegieren.

In ihren Zuständigkeitsbereich gehören ausserdem die Durchführung und Auswertung weiterführender Untersuchungen, die analytische Qualitätssicherung in ihrem Fachbereich sowie die Einführung und Validierung von Methoden und Techniken im Labor.

Im Weiteren beteiligen sie sich an Forschungsprojekten und an der Begleitung Studierender in der Aus- und Weiterbildung sowie von Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt.

Die Höhere Fachprüfung für Experte/-in basiert auf der Prüfungsordnung und der Wegleitung zur Prüfungsordnung.

Auskunft zur Prüfung erteilt das Prüfungssekretariat.

Zulassung

Gemäss Prüfungsordnung HFP Zytodiagnosk, Ziff. 3.31, wird zur Prüfung zugelassen, wer:

a. ein Diplom als "biomedizinische Analytikerin HF" bzw. "biomedizinischer Analytiker HF" oder einen gleichwertigen Ausweis besitzt;

b. seit dem Erwerb des Diploms gemäss Bst. a mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in Zytodiagnostik bei einem Beschäftigungsgrad von mindestens 80% oder drei Jahre bei einem Beschäftigungsgrad von mindestens 50% nachweist.

c. über ein genehmigtes Grobkonzept der Diplomarbeit verfügt.

Vorbehalten bleiben die fristgerechte Überweisung der Prüfungsgebühr nach Ziff. 3.41 der Prüfungsordnung sowie die rechtzeitige und vollständige Abgabe der Diplomarbeit.

Der Entscheid über die Zulassung zur Prüfung wird der Bewerberin oder dem Bewerbermindestens fünf Monate vor Beginn der Prüfung schriftlich mitgeteilt. Ein ablehnender Entscheid enthält eine Begründung und eine Rechtsmittelbelehrung.

Erläuterungen zum Punkt a): Gleichwertiger Ausweis

Direkt zugelassen werden:

  • Dipl. Biomedizinische Analytikerin HF, welche den Anforderungen gemäss lit. b und c entsprechen.

Als gleichwertige Titel gelten:

  • die altrechtlichen Abschlüsse als Medizinische/r Laborant/in SRK
  • die ausländischen Abschlüsse im Bereich Biomedizinische Analytik mit Anerkennung des schweizerischen Roten Kreuzes SRK.

Die Prüfungskommission prüft die Gleichwertigkeit ausländischer Abschlüsse im Bereich Biomedizinische Analytik sur Dossier, wenn keine Anerkennung des schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) vorhanden ist.

Erläuterungen zum Punkt b: Berufserfahrung im Ausland

Die aktuelle Formulierung der Prüfungsordnung schliesst nicht aus, dass Fachpersonen, welche die erforderliche Berufserfahrung im Ausland gemacht haben, zugelassen werden, sofern alle Bedingungen gemäss Ziff. 3.31 erfüllt sind.

Ausschreibung Prüfung 2016

Der Link zur Online-Anmeldung befindet sich in der offiziellen Ausschreibung:

Ausschreibung

Übergangsbestimmungen - Prüfungsfreier Diplomerwerb

Regelungen

In der Prüfungsordnung vom 20. März 2014, Art. 9.11 und 9.12, und in der Wegleitung zur Prüfungsordnung vom 18. November 2016, Art. 8.11 werden die Regelungen zum prüfungsfreien Diplomerwerb formuliert.

Die Antragsstellerinnen und Antragssteller müssen

  • über eines der folgenden Diplome verfügen:
    a. Diplôme de cytotechnicienne / cytotechnicien der Ecole Suisse de Cytologie, Centre de formation professionnelle santé-social, République et Canton de Genève.
    b. Diplom als Zytotechnikerin / Zytotechniker, ausgestellt vom Pathologischen Institut der Universität Bern, Abteilung für klinische Zytopathologie, und der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern.
    c. Titel CT(IAC) (Cytotechnologist International Academy of Cytology).
    d. Eines zu den Bst. a, b oder c gleichwertigen Ausweises.
  • über fünf Jahre Berufspraxis in der Zytologie verfügen. Dazu gelten die folgenden Bedingungen:

    • Zum Zeitpunkt des Antrags muss das Total an Berufserfahrung im Bereich Zytologie nachgewiesen werden, entsprechend einem Äquivalent von fünf Jahren zu einem Beschäftigungsgrad von mindestens 80%. Bei einem tieferen Beschäftigungsgrad erhöht sich die erforderliche Anzahl Jahre Berufserfahrung entsprechend.
    • Die erforderliche Berufserfahrung ist anhand von Arbeitszeugnissen nachzuweisen. In den Arbeitszeugnissen der Antragstellerin / des Antragstellers muss zumindest das Tätigkeitsgebiet (Zytologie) explizit aufgeführt werden.
    • Unterbrüche in der Berufserfahrung sind zulässig. In jedem Fall muss zum Zeitpunkt der Antragstellung eine Anstellung in der Zytologie nachgewiesen werden.

Frist zur Gesuchsstellung

Wer das Diplom ohne Prüfung erwerben will, muss gemäss Prüfungsordnung, Art. 9.12, der Prüfungskommission HFP Zytodiagnostik innerhalb von fünf Jahren nach der Durchführung der ersten Prüfung ein entsprechendes gebührenpflichtiges Gesuch stellen. Da die Prüfung zum ersten Mal im Oktober 2016 durchgeführt wurde, können Gesuche zum prüfungsfreien Diplomerwerb bis am 31. Oktober 2021 eingereicht werden. Gesuche nach diesem Stichdatum werden nicht mehr berücksichtigt.

Informationen zur Gesuchseinreichung

Das Gesuch muss elektronisch UND in Papierform eingereicht werden.

Als Grundlage für das Gesuch ist das Formular „Antrag zum Prüfungsfreien Erwerb des Diploms Experte / Expertin für Zytodiagnostik“ anzuwenden. Das Formular muss vollständig ausgefüllt und unterschrieben werden. Das Formular sowie die darin erwähnten Beilagen (Kopien Diplome, Arbeitszeugnisse usw.) sind sowohl im PDF-Format an info@epsante.ch mit Kopie an flavia.bortolotto@odasante.ch als auch im Papierformat an OdASanté, Prüfungssekretariat Zytodiagnostik, Seilerstrasse 22, 3011 Bern, zu schicken.

Die Vollständigkeit des Gesuchs wird vom Prüfungssekretariat geprüft.

Die Prüfungskommission HFP Zytodiagnostik behält sich vor, je nach Bedarf zusätzliche Unterlagen zu verlangen.

Kosten

Die Kosten für die Bearbeitung des Gesuchs betragen 300 CHF (50 CHF Registergebühr SBFI inbegriffen). Die Zahlungsinformationen können dem Formular „Antrag zum Prüfungsfreien Erwerb des Diploms Experte / Expertin für Zytodiagnostik“ entnommen werden.

Bildungsanbieter

Auf der Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Zytologie findet man die Links der Institute, welche Zytologie betreiben. Interessierte Fachpersonen können mit den Instituten Rücksprache halten, um Gebiete der Zytologie zu erarbeiten, die ihnen fehlen.

Trägerschaft

Die folgenden Organisationen der Arbeitswelt bilden die Trägerschaft für die Höhere Fachprüfung:

Prüfungskommission

Die Prüfungskommission ist gemäss der Prüfungsordnung für folgende Aufgaben zuständig:

Sie

  • setzt – unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Trägerschaft – die Prüfungsgebühren fest;
  • setzt den Zeitpunkt und den Ort der Prüfung fest;
  • bestimmt das Prüfungsprogramm;
  • veranlasst die Bereitstellung der Prüfungsaufgaben und führt die Prüfung durch;
  • wählt die Expertinnen und Experten, bildet sie für ihre Aufgaben aus und setzt sie ein;
  • entscheidet über die Zulassung zur Prüfung sowie über einen allfälligen Prüfungsausschluss;
  • entscheidet über die Erteilung des Diploms;
  • behandelt Anträge und Beschwerden;
  • erlässt – unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Trägerschaft – die Weg-leitung zur vorliegenden Prüfungsordnung und aktualisiert sie periodisch;
  • erstellt Budget und Abrechnung und legt diese der Trägerschaft zur Genehmigung vor;
  • entscheidet über die Anerkennung bzw. Anrechnung anderer Abschlüsse und Leistungen;
  • berichtet der Trägerschaft und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) über ihre Tätigkeit;
  • sorgt für die Qualitätsentwicklung und -sicherung, insbesondere für die regelmässige Aktualisierung des Qualifikationsprofils entsprechend den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes.

Nächste Sitzungstermine

  • 24.01.2017, 10.30 - 17.30 Uhr

Downloads

Prüfungsordnung HFP Zytodiagnostik vom 20.03.2014

Wegleitung zur Prüfungsordnung HFP Zytodiagnostik 18.11.2016

Prüfungsteil 1 - Leitfaden

Prüfungsteil 2 - Leitfaden

Prüfungsteil 3 - Leitfaden

Prüfungsteil 4 - Leitfaden

Vorlage Grobkonzept Diplomarbeit

Mitglieder der Prüfungskommission HFP Expertin/Experte für Zytodiagnostik

Formular - Antrag zum prüfungsfreien Erwerb des Diploms Experte-in Zytodiagnostik